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Sonnenschirm

Mitbewohner

Wer sind wir, wo kommen wir her, wo gehen wir hin - hat das Ganze einen Sinn und wenn ja, welchen? Und wenn nein, was dann? Dies sind die großen Fragen der Menschheit, und jeder Mensch stellt sie sich im Laufe seines Lebens. Nicht schlecht - die richtigen Fragen finden. Die Antworten kommen dann von allein: wie eine Sternschnuppe vom Himmel.

Shirkan

Shirkan

Shirkan

Ciao bella
Shirkan
⃰ 31. März 2003
† 27. Oktober 2016

Gute Reise wünschen Dir
Dagmar Rosa & Dieter Emil Baumert

Felline

† Felline

Ich bin die Katzenmutter in der Pension. Von meinen vier Kindern leben leider nur noch der freche Pollux und die scheue Shirkan. Nach einem Jahr bei der Nachbarin Nicoletta habe ich mich Donna Rosa und Don Emilio angeschlossen. Hier lässt sich gut leben, und die beiden leben mit uns das ganze Jahr zusammen – mal eng, mal weit.

Pollux

† Pollux

Hüks. Brüll. In meinen Kindertagen war ich der Liebling der Kinder in der Casa Baumert. Zu jedem sprang ich ins Bett, und es war eine Freude. Dann erlebte ich die Kräfte der Männlichkeit, zog durchs Viertel und war monatelang unterwegs. Dann wurde ich schwer krank und schaffte es gerade noch nach Hause. Dann pflegte mich wochenlang Rosa, und seitdem bin ich bei ihr und fühle mich wohl im Haus und im Garten. Sabbio ist mein Freund und die anderen sind auch nett.

Ich bin der Nachkömmling der Familie. Eine halbe Stunde nach meinen Brüdern Castor und Pollux bin ich auf die Welt gekommen und habe erst mal die Welt vollgeschissen. Dann gab mir Emilio diesen tollen Namen, weil er sagte: „So eine tolle Katze braucht einen starken Namen“. Und das bin ich auch geworden: eine starke Katze, voller Freiheitsdrang und Unabhängigkeit. Aber das Bedürfnis nach den Köstlichkeiten aus der Cucina von Emilio wie einer wunderbaren Scheibe Mortadella lassen meine Stimme schon mal laut und klagend werden – keine Angst, wenn es mir gut geht, schnurre ich wie es im Buche steht.

† Castor

Ich bin der Bruder von Pollux. Ich sehe fast so aus wie Castor. Meine Mama wollte mich nicht weglassen, sie sagte: eine Katze muss ein Jahr lang von der Mutter erzogen werden. Doch die Nachbarin Nicoletta hört nicht auf Felline, und so habe ich ein paar Wochen bei ihr gelebt. Aber ich habe nicht gelernt, mich vor Autos und anderen Feinden der Katze in Acht zu nehmen. Deswegen lebe ich jetzt im Himmel der Katzen mit den andern und bin ab und an in den Träumen meiner Erdenwesen und spiele mit ihnen.

† Siam

Ich bin Siam. Ich war der erste Kater in der Casa Baumert. Ich kam von Anna e Giovanni, und bei Emilio bin ich immer auf die Schulter gesprungen und habe mich in seinen Haaren versteckt. Es war ein tolles Leben bei den Beiden. Dann rief mich der große Kater und ich musste on tour. Die Mädels riefen und ich kam. Eines Tages, es war ein Karfreitag, verließ ich meine Menscheneltern und seitdem wandere ich in der ewigen Macchia, springe in Dieters und Dagmars Träume und lebe mit ihnen und all den andern. Bis bald im Paradies. Oder so. Hugh, ich habe gesprochen.

Orso

Orso † 27.05.2015

See you in Heaven ...

Postkarte Arthus

Arthus

† Arthus

Ich bin der Senior unserer Gemeinschaft. Nach jahrelangem Leben in Freiheit und vorsichtiger Distanz zu Menschen, habe ich mich vor ein paar Jahren entschieden, zusammen mit meiner Frau Schneeweißchen bei Rosa e Emilio zu leben.

Unser großer alter Freund Arthus ist heute Morgen gestorben. Wir sind traurig.
14. Juni 2012

Schneeweißchen

† Schneeweißchen

High Folks. Christine hat mir diesen deutschen Namen gegeben und die Apulier sagen ab und an zu mir Bianca Neve. Mit Arthus, dem Vater meiner leider nie geborenen zweiten Kinder, kam ich zu den beiden Freaks. Rosa und Christine beschlossen, mich zu sterilisieren, was Emilio nicht gut fand. Ich selbst bin mir unsicher. Manchmal finde ich es gut, nicht mehr von Jungs belästigt zu werden und immer Kinder zu gebären. Manchmal finde ich es schade. Aber das Leben hier ist toll – unser Freiheitsbedürfnis wird akzeptiert und mein Bedürfnis nach Sicherheit auch. Und mit Billy, dem Vater meiner ersten Kinder, kam mein zweiter Mann auch hierher. Na, und Sabbio ist natürlich unser aller Schatz(smile).

Gestern Nachmittag - Dienstag 19. Juni 2012 - verstarb unsere Wunderhündin Schneeweißchen. Fünf Tage nachdem ihr Hundemann Arthus starb.
Zusammen streifen sie nun durch die Ewigen Jagdgründe.
Bis bald, Ihr wunderbaren Wesen.
In Liebe: Rosa & Emilio, Billy, Sabbio, Donna Corleone, Piccolo, Felline, Shirkan

Sabbio

† Sabbio

Ich streifte einst als junger Hund durch die Macchia. Von getrockneten Fröschen lebte ich. Dann kam ich in den Garten, der später Hanne und Giuseppe gehören sollte. Und ich jaulte jämmerlich. Da erhörte mich Dieter, und ich zwängte mich durch das rote Tor, und mein Glück begann. Iris wusch mich, und Daggi zog mich groß. Meine Scheu habe ich behalten, meine Sinne geschärft. Arthus und Schneeweißchen haben mich das Hundeleben gelehrt, so wie es nur die Hunde können. Emilio fügte liebevolle Worte hinzu, und unsere Katzen jage ich jetzt auch nicht mehr. Pollux ist mein Freund, wenngleich er manchmal sehr nahe an mich rückt. Billy geht – er pinkelt überall rum, und ich muss das, seitdem der da ist, auch machen. Na ja. Ein guter Kalbsknochen und alles ist wieder gut.

Sabbio
geboren im Sommer des Jahres 2003
gestorben am 23. Mai 2014
Wir lieben Dich

Billy

† Billy

Da sagte mir doch eines Tages Schneeweißchen: Komm doch mal bei uns vorbei. Wir haben ein ganz tolles Zuhause gefunden bei Emilio e Rosa. Und das habe ich dann gemacht. Bin abends, wenn meine Leute vor dem Fernseher saßen, über die Felder gezogen und habe die Nacht bei Schneeweißchen und den andern verbracht. Das war toll. Keiner haut mich hier. Wenn ich zu ihnen gehe und gestreichelt werden will, sagen sie „Ja, Billy, du bist der Gute“ und alles ist gut. Fressen kann ich hier Berge und so schnell, wie ich will. Immer weniger wollte ich in mein altes Zuhause und eines Tages hat Rosa auf Schneeweischen gehört, die gesagt hatte, „Lass ihn doch bei uns – merkst Du nicht, dass er hier bleiben will?“ Und seitdem ist alles gut.

Von Dagmar Baumert
Ich bin traurig und ein bisschen verwirrt. Letzte Nacht ist Billy gestorben, der 5. Hund. Wir hatten 6, alles Streuner, die einer nach dem anderen innerhalb von 12 Jahren zu uns kamen. Sie wurden unsere Aufpasser, unsere Freunde und unsere Freude. 2 starben am Alter, 2 haben sich vergiftet bei einem Bauern, der mit Gift gespritzt hatte. Und Billy war auch alt und hinfällig seit einiger Zeit. Jetzt gibt es noch Sabbio und ich wünsche mir ganz dolle, dass er noch lange bei uns bleibt.

† Billy
28. 09. 2013

Danke für Deine Liebe, Deine Treue, Deinen Humor, Dein Vertrauen. Vor Jahren bist Du jeden Abend von Deinem damaligen Zuhause hierher gerannt. Zu Schneeweißchen und zu uns anderen. Morgens gingst Du immer unlustiger weg. Rosa musste Dich wegschicken bis eines Tages Schneeweißchen sagte: "Lass es bitte. Er will hier bleiben."
Seitdem warst Du bei uns und hast mit uns gelebt gekämpft, gebellt, gebissen und geknurrt. Und aus einem fremden Hund wurde ein freundlicher, der keine Angst mehr vor Menschen hatte, der mit dem Schwanz wedelte und sich gerne streicheln ließ. Und der Dieter - also mir - auf Schritt und Tritt folgte und uns mit seiner Liebe, seiner Treue und seinem Zutrauen glücklich machte.
Machs gut im Hundehimmel. Vielleicht ist dort auch ein Plätzchen für uns.
Ciao Billy.

Piccolo & Donna Corleone

Piccolo & Donna Corleone

PICCOLO

4. Mai 2013
DONNA CORLEONE

4. Mai 2013

Unsere beiden jungen Hunde PICCOLO und DONNA CORLEONE sind am Nachmittag des 4. Mai 2013 an den Folgen von Schlangenbissen gestorben. Sie lebten mit uns über drei Jahre zusammen. Sie schenkten uns Liebe und Zärtlichkeit, erfreuten uns mit ihrer Energie und ihrer Zutraulichkeit, führten uns über die Grenzen unserer Geduld, bewachten uns erfolgreich und begleiteten uns glücklich durch unser Leben.

Dagmar Rosa Baumert & Dieter Emil Baumert
mit Sabbio, Billy, Shirkan und Felline

Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen!
Bald werden sie wieder nach Hause gelangen!
Der Tag ist schön! O sei nicht bang!
Sie machen nur einen weiten Gang!
Jawohl, sie sind nur ausgegangen
Und werden jetzt nach Hause gelangen!
O, sei nicht bang, der Tag is schön!
Sie machen nur den Gang zu jenen Höh’n!
Sie sind uns nur vorausgegangen
Und werden nicht wieder nach Hause gelangen!
Wir holen sie ein auf jenen Höh’n
Im Sonnenschein!
Der Tag ist schön auf jenen Höh’n!

Friedrich Rückert (1788-1866)

5. Juni 2013

Nun sieht es leider heute, dem 106 Geburtstag meines Vaters Ernst Emil, so aus, als seien unsere beiden Hunde Piccolo und Donna Corleone nicht an den Folgen von Schlangenbissen gestorben, sondern an Vergiftungen durch Fungicide. Bauern hatten sehr wahrscheinlich auf ihrem Feld eine offene Packung von FORUM R – BASF herumliegen. Durch einen defekten Wasserschlauch hat sich wahrscheinlich das Mittel im Wasser aufgelöst und wurde dadurch zu reinem Gift. Davor wird auf der Packung extra hingewiesen, dass dies tödlich für Fische sei. Auch ein Fuchs verendete an diesem Tag. Ob die Streunerin Blacky in der Nähe unserer Nachbarin Christine auch dadurch vergiftet wurde, wissen wir nicht.

Welch bitterer Beigeschmack: Vor 30 Jahren waren wir in Lörrach die ersten die biologisch-dynamische Demeter-Milch (aus der Milchkanne) verkauften. All die Jahre haben wir den biologischen Anbau unterstützt. Nun werden wir Opfer des unbiologischen Anbaus.

1. Juli 2013

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers – unsere Brüder.
Franziskus von Assisi

Bauern Apuliens!

Am 4. Mai 2013 starben unsere beiden vierjährigen Hunde – Donna Corleone und Piccolo – an Giften in der Landwirtschaft.

Der schweizerische Arzt, Naturforscher und Philosoph Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus (1493 – 1541) lehrte uns: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht dass ein Ding kein Gift ist.“

Doch die Menge von Gift, die Ihr auf Eueren Feldern ausstreutet, war für unsere Hunde tödlich.

Ihr sagt, Ihr achtet auf die Natur, wisst, dass Hunde umherstreunen – auch wir gingen zehn Jahre lang mit unseren Hunden an Euren Feldern vorbei – , wisst, dass auch der Schäfer mit seiner Herde der Ziegen, Schafe und Hunde auf seinem Gang über die wunderschöne Maccia Apuliens bei Euch vorbeikommt.

Ihr sagt, dass Ihr schon deswegen darauf achtet, dass nur verträgliche Mengen von Gift ausgebracht werden.

Doch der Tod unserer Hunde spricht eine andere Sprache. Neben all den großen Packungen an Dünger, die schon problematisch genug sind, fand ich mehr als eine Hand voll Packungen mit Fungiziden internationaler Firmen aus Deutschland, Israel und Italien. Alle Firmen warnen davor, dass jene Gifte nicht in das Wasser gelangen dürfen, weil es dann zum Tod von Bäumen, Fischen und Hunden führt. Warnhinweise auf den Packungen mit Abbildungen verdeutlichen dies.

Ihr sagt, dass kann nicht sein – wir aber sagen es kann sein.

Denn auch Eure Wasserschläuche können undicht sein, auch Eure Steckverbindungen können brechen und kleine Pfützen entstehen lassen, die dann jenen tödlichen Mix ergeben, der unsere Hunde tötete.

Wenn Ihr sagt, das kann nicht sein, dann sagt Ihr damit auch, dass Ihr alles richtig gemacht habt.

Wer aber denkt, dass er alles richtig macht, der muss nicht umdenken, der muss sein Verhalten nicht ändern. Alles ist gut und der liebe Gott wird’s schon richten.

Ich bitte Euch: Überprüft Euer Denken, korrigiert Euer Handeln. Haltet Ein.

Haltet Umkehr.

Vor drei Jahrzehnten verkauften wir in unserer deutschen Heimatstadt Lörrach als Erste und Einzige Milch aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Lörrach, eine Stadt etwa so gross wie Manduria. Heute ist diese Milch und andere Milchprodukte in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich. Jeder zweite Bauer verkauft biologisch angebautes Obst und Gemüse.

Bauern, Euer Beruf ist ein ehrbarer Beruf und Eure Berufung hat einen hohen ethischen Anspruch. Verspielt Ihn nicht leichtfertig auf dem Markt der Möglichkeiten.

Manduria 25. Juni 2013
Dieter Emil Baumert

Nachtrag 1. Juli 2013

Am St. Pietro wurde Christines Hund Elvis in unmittelbarer Nähe des landwirschaftlichen Geländes vergiftet. Vor Wochen eine andere Hündin und zwei weitere Füchse. Legt etwa jemand gezielt Gift aus?

Der Mensch möge sich vorsehen, wenn ein Tier mit im jüngsten Gericht sitzen würde.
Franciscus de Assisi
1181 geboren, † 3. Oktober 1226 in Assisi

19. Juli 2013

Tutte le creature cercano di raggiungere la felicità come noi.

Tutte le creature del mondo sentono come noi, tutte le creature aspirano alla felicità. Tutte le creature del mondo amano, soffrono e muoiono come noi, perciò sono come noi creature del Creatore Onnipotente – sono i nostri
fratelli.
Francesco d’Assisi

Contadini di Puglia!

Il 4 Maggio 2013 i nostri cani di 4 anni – Donna Corleone e Piccolo – sono morti a causa di un veleno che si usa nel’ economia rurale.

Il dottore, naturalista e filosofo svizzero, Philippus Aureolus Theophrastus Paracelsus (1493 – 1541) ci insegnava:

“Tutti gli elementi sono velenosi e niente è senza veleno. Solo il dosaggio fa che un oggetto non sia tossico.”

Ma la quantità di veleno che avete messo sui vostri terreni e stato mortale per i nostri cani.

Voi dite che rispettate la natura, sapete che ci sono randagi ed anche noi siamo passati dai 10 anni ai vostri campi, sapete che il pecoraio con il suo branco di pecore, capre e cani passa dall bellissima macchia di Puglia.

Voi dite che per questo applicate solamente una quantità sensata di veleno.

Ma la morte dei nostri cani parla un’altra lingua. Accanto a tutti i grandi sacchi di concime, che di per sé sono già molto problematico, io ho trovato parecchi pacchi con fungicidi di ditte internazionale tedesche, israeliane ed italiane. Tutte queste ditte avvertono che il veleno non deve entrare nel acqua perché può uccidere alberi, pesci e cani. Segnali premonitori su i pacchi insieme con la relativa illustrazione lo spiegavano bene.

Voi dite che non può essere – ma noi diciamo che può essere.

Inoltre, anche i tubi che usate per l’irrigazione possono perdere formando piccole pozzanghere nelle quali si crea quella mistura mortale che poi uccide le bestie che passano.

Se voi dite che ciò non può essere, vuol dire che voi vi siete comportati correttamente.

Chi pensa di fare tutto giusto non deve cambiare il proprio modo di pensare. Altrimenti sarà Dio che metterà ordine.

Vi prego: Rivedete il vostro ragionamento, rivedete il vostro comportamento.

Fermatevi per un momento.

Ritornate a vedere le cose più chiare.

Tre decenni fa noi abbiamo venduto latte biologico di una ditta rurale. Questo era in Loerrach, una città più o meno grande come Manduria. Oggi questo latte lo si può comprare in tutte le latterie. Ogni due contadini vende frutta e legumi cresciuti biologicamente.

Contadini, la professione è molto rispettabile e la vostra vocazione ha grande pretese etiche. Non perdete le considerando quante possibilità avete sul mercato.

Manduria, Giugno 25, 2013
Dieter Emil Baumert

L’uomo deve far attenzione perché potrebbe essere giudicato dagli animali nel giorno del giudizio universale.
Francesco d’Assisi
1181/1182 in Assisi, Italia, morto Ottobre 3, 1226

Gli animali sono la parte più piccola della Creazione divina, ma noi un giorno li rivedremo nel mistero di Cristo” (Papa Paolo VI)

Leben mit Tieren

Sind reiche Leute glücklicher?
Wenn sie einen Hund haben.
(Andy Warhol)

Ja, es ist Vollmond im Oktober, Ende November jährt sich unser zweites Jahr in Apulien.

Und es ist nun zu berichten von unserem Leben mit Tieren.

Es war für uns von Anfang klar, dass wir in unserem neuen Heim auf dem Land auch Tiere haben werden, Katzen und Hunde, wer weiß auch Pferde und Hühner und was sonst noch ...

Angefangen hat es letzen Frühling.

Nein, angefangen hatte es damit, dass wir die Katze von Maja mit hierher brachten. Maja war Mutter geworden, und ihre Katze hatte eifersüchtig auf das neue Wesen reagiert, und Maja hatte nicht die liebende Geduld, beide Lebewesen in Harmonie miteinander zu verschwistern. So gab sie uns bei einem Besuch im Dreyeckland ihre Katze mit. Die Autofahrt war schon anstrengend, und als wir hier ankamen, war unser Heim noch nicht bereitet, noch keine Heimstadt. Die Handwerker waren da und wir biwakierten mehr in einem Raum, als wir wohnten.

Vielleicht machten wir einen Fehler und sperrten die Katze nicht lange genug ein. Wir dachten, es würde nichts passieren, sie würde sich hier eingewöhnen.

Doch bereits ihr erster Gang durch den Garten war ihr letzter. Sie lief bis Mitte des Gartens, blieb dann plötzlich stehen, als hätte sie den leibhaften Teufel oder irgend einen bösen Geist gesehen und schoss wie der Blitz über die Mauer unseres Grundstücks und war fortan nicht mehr gesehen. Alle Versuche, sie wieder in der Nachbarschaft zu finden, misslangen. Was aus ihr geworden ist - wir wissen es nicht.

Nach diesem unschönen Beginnen kommt jetzt also die Fortsetzung. Also weiter ging es letzten Frühling.

Unsere Nachbarin teilte uns mit, dass sie junge Katzen bekommen habe und wir entschieden uns, eine davon zu nehmen. Daggi ging zu ihr und wählte den Kater aus. Weil er viel Ähnlichkeiten mit Siamkatern hat, nannten wir ihn Siam. Blaue Augen und ein weißes Fell.

Bauern in Apulien sind nicht zimperlich, wenn er zum ersten mal die Milch schlotzt, ist er reif für die Adoption. Welch barbarischer Akt dies ist, merkten wir erst später, dann als wir zum ersten Male Junge bekamen.

Siam war klein und zärtlich, liebeshungrig, wuschelig und süß. Wochen-, ach was monatelang kraulte er mir in den Haaren, machte den Liebesbiss, den Milchtritt, und ich ertrug es während Dagmar ihn davon scheuchte.

Er wurde größer, ging schon mal aus und kam mit Macken nach Hause. Verletzt. Der große Liebling: verletzt. Wir fuhren zum Tierarzt, der gab Entwarnung. Im Gefecht der Kater fangen Kater Wunden, eine Spritze heilt, hilft, hilft zu gesunden.

Mal kam er mit lahmenden Bein, mal mit Macken am Kopf und immer litten wir mit ihm, gingen zum - freundlichen, jungen, schönen - Tierarzt, der uns half, Siam half. Vielleicht hätte er alles auch ohne Antibiotika geschafft, aber was wollen wir machen: seit der Erfindung des Antibiotika können wir nicht mehr denken ohne.

Siam wuchs und wir waren eigentlich zufrieden.

Ein Hund sollte noch kommen, aber ein Hund macht noch abhängiger und will gesucht und gefunden werden.

Dagmars Liebe galt dem Familienhund Golden Retriever. Wir kauften Bücher, suchten nach Züchteradressen, fanden sie in Deutschland - doch wir leben in Italien. Unsere Suche in der Nähe blieb erfolglos.

Die Monate vergingen und plötzlich standen zwei weitere Katzen vor der Tür: Feline und Melenik. Beide lebten von Frühjahr bis Herbst bei der Nachbarin. Doch dann kam bei ihr ein Enkelkind zur Welt und das nördliche Italien rief die Großmama. Gedacht war, wir füttern die beiden Katzen im Heim der Nachbarin. Doch die Katzen kamen zu uns und blieben bei uns. Es wurde kälter und wir ließen sie draußen. Sie kuschelten sich in der Nacht an einander und verbrachten so die Nacht, während unser Kater in die Wärme durfte.

Menelik, ein Bruder von Siam, war ein absoluter Charmeur. Er sprang in die Hängematte, schnurrte, schmiegte sich an uns und wir waren hin und weggerissen. Es war wunderbar.

Felline hatte eher einen raueren Charme, sie quäkte und quäkte aber auch sie zeigte, dass sie sich bei uns wohlfühlte.

Es wurde immer kälter und unsere Herzen immer weicher.

Eines Tages kam Menelik nicht wieder - wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist. Wir sahen ihn nie wieder, weder lebend noch tot.

Als Dagmar einige Tage in Deutschland weilte, ließ ich Feline herein, und seit diesem Tag lebt sie bei uns.

Am 31. März 2003 bekam sie ihre ersten - und letzten (lebenden) Kinder: Castor, der erstgeborene und spätere Bingo, Pollux und die eine halbe Stunde später kommende, winzig kleine Katze, der wir wochenlang keinen Namen gaben, bis ich Ihr das Recht auf Leben bei uns gab und das Recht stark zu sein: sie wurde Shirkan.

Welch ein Wonne, diese Katzenkinder und welch ein Unterschied, wenn Katzenkinder gemeinsam aufwachsen. Sie tollten und rollten, sie schnurrten und gurrten, sie hüpften und wüpften - es war eine reine Freude.

Die Wochen vergingen und die Nachbarin kam wieder aus dem kalten Norden und wollte - natürlich -eine Katze. Zuerst gaben wir ihr - für wenige Tage, als wir in Ferien gingen - alle Katzen, doch es wurde eine Katastrophe, sie schissen ihr die Wohnung voll und es war ein Stress ohne Ende. Als wir wiederkamen trennten wir uns von Castor und gaben ihn in die liebevollen Hände der Nachbarin.

Er hatte fortan ein anderes Leben: nicht zusammen mit seinen Geschwistern, Mutter und Vater, sondern zusammen mit Nicoletta und dem Hund. Liebevoll gewöhnten sich Hund und Katze aneinander, die Katze badete ihre Füße, wenn die ältere Frau ihre badete und es war eine große Innigkeit. Felline kam ab und an und erzog die kleine mit Gewalt, während Siam spielerisch das Kleine begleitete. Die Mutter wurde verjagt, einst war sie selbst hier zu Hause. Im September 2003 kam Bingo nachts nicht nach Hause, Nicoletta rief ihn, suchte ihn - doch sie fand ihn nicht. Am nächsten Morgen fand sie ihn in der Nähe: tot. Weinend kam sie zu uns - nie wieder wolle sie eine Katze haben.

Unsere Katzenfamilie lebt glücklich und zufrieden. Manchmal hatten wir Zweifel, ob Siam wirklich der Vater von Chirkan ist: ein i-Tüpfeli gleicher großer Kater schnurrt oft hier vorbei, und die Menschenkatzen schnurren, sagen, oh, der Liebhaber und schmeißen ihm ihre Herzen zu, während der leicht schielende Siam den liebevollen Vater gibt - Traum einer jeden Menschenmutter.

Im Spätsommer bekamen wir zum ersten Mal Besuch mit zwei Hunden. Nicht unproblematisch, aber machbar. Pollux, als absoluter Kommunikator im Team spielt mit allen, allem und jedem und auch mit großen Hunden. So ging eine stressige Woche stressfrei zuende.

Im Oktober 2003 jaulte und fiepste es eines Tages ohne Ende in der Nachbarschaft. Ich lief zum etwas weiter entfernten Haus und fand einen kleine Hund, der jaulte und fiepste. Als er versuchte aus dem Tor eines verlassenen Hauses zu kommen, klemmte er fest und er jaulte ohne Ende. Ich half ihm, hob ihn quer und er war frei - und wir hatten fortan einen Hund. Ines, unser Besuch im Oktober, nahm sich seiner an, nannte ihn, weil er eine Farbe wie Sand hat, aber ein Männchen ist, Sabbio und jetzt lebt er hier. Noch außen, in improvisierter Hundehütte. Noch ist es nicht kalt und noch vertragen sich Katz und Maus,sorry, Katz und Hund noch nicht, aber vielleicht wird es noch ...

Aber das ist eine andere Geschichte und die erzähl ich ein andermal.

Dieter Emil Baumert
2003-10-10