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Sonnenschirm

Pressearchiv

Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2015

Olivenöl-Schwindel
Ein schmieriges Geschäft

Der Weltmarkt verlangt nach edlem Olivenöl aus Italien, doch viele Produzenten und Händler liefern gepanschte Billigware. Mit Schwindel und Betrug verkaufen sie minderwertiges ausländisches Öl als Extra Vergine, auch in der Schweiz.

Auf den ersten Blick erkennt man kaum, was vor der Olivenmühle bei Manduria auf grossen Haufen liegt; braun wie Kompost und voller Fliegen. Ein Bagger füllt seine Schaufel und verschwindet in einer Halle. Es sind Oliven, aber nicht solche, wie wir sie kennen: Sie sind da terra, vom Boden zusammengewischt. In allen umliegenden Dörfern kauft die Mühle solche Oliven zusammen, und niemand weiss, wie lange sie vor dem Aufwischen schon im Staub oder Schlamm gelegen haben.
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Von Anna Tillack, Europamagazin, Das Erste, 12.04.2015

Italien: Olivenbaum-Desaster

Ein kleines Bakterium sorgt in Süditalien für großen Unmut. Das Feuerbakterium Xylella fastidiosa ist von Amerika aus nach Apulien eingewandert und hat hunderttausende Olivenbäume befallen. Seit dem Ausbruch der Krankheit 2013 hat sich die betroffene Fläche auf 230.000 Hektar vergrößert.
Video sehen (Bis 11.04.2016) ...

Süddeutsche Zeitung , 3. April 2015

Stummer Frühling

Von Ulrike Sauer, Lecce

Es ist so still in Apulien. Die Honigbienen verschwinden - Gefahr droht ihnen von Parasiten, der Industrie und nun von der EU.

Die Speisekarte bietet den Tieren nicht viel. Kleiner Sauerampfer, Senfrauke, Ringelblume, Weißer Affodill, Mandelblüten. Vereinzelt erst leuchten Farbtupfer zwischen den Olivenhainen der Halbinsel im äußersten Südosten von Italien, dem Salento. Der März begann ungewöhnlich kühl, und so sind die Bienenvölker im Süden des Landes noch klein. Daniele Greco hilft ein wenig nach. Der Imker päppelt seine Familien mit Bio-Rohrzucker auf. Er legt ihnen mit bräunlich-süßem Wasser gefüllte Beutel auf die Rahmen der Honigwaben. "Wenn sie alles verputzen, ist das ein gutes Zeichen", sagt er beim Anblick der blitzblank geleckten Tüte und schließt vorsichtig den Deckel über der Bienenkiste. Gute Zeichen sind im Alltag Grecos eine Ausnahme geworden. Sein Frust wächst.
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www.faz.net, 07.10.2013

Nach Berlusconi Italien, Land ohne Zukunft

Von Dirk Schümer

Zwanzig Jahre mussten vergehen, bis Silvio Berlusconi rechtskräftig verurteilt wurde. Es ist nicht das Ende der Misere eines Landes, das zu den schönsten der Welt zählt, sondern die Bestätigung eines politischen und wirtschaftlichen Bankrotts.
„Was ist nur aus Italien geworden!“ Bei einem Abendessen in bürgerlich-gesetzter Runde wirkt dieser Ausruf wie die übliche Nostalgie der Alternden, die ihre Jugendzeit zu verklären pflegen. „Früher gab es einmal die Woche Theater im Fernsehen zur besten Sendezeit, verantwortlich für die Auswahl war Andrea Camilleri. Es gab Konzerte, Dokumentationen. Und nun? Die Rai bietet nichts als Reklame, halbnackte Mädchen und vulgäres Talkshowgeschrei.“ Der das beklagt, leitet eine renommierte Kulturinstitution in Norditalien, seine Frau betrieb eine Apotheke, beide sind gut situiert, mit Wohnung in der Stadt, Wochenendhaus, Reisen. Sie könnten eigentlich zufrieden auf ihre Lebenserfolge blicken und dürften, wie überall, ein bisschen über das Niveau der Medien meckern.
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Die Zeit, 12. September 2013

Das Vermächtnis des Zerstörers

VON PETER SCHNEIDER

Er hat betrogen und wurde nun zum ersten Mal rechtskräftig dafür verurteilt. Aber Silvio Berlusconi dankt nicht einfach ab. Er hat sein Schicksal an das Italiens geknüpft.
Italien hat die Oper erfunden und liebt die großen Dramen. In Deutschland sieht man die italienischen Dramen gern als Dramolette und verspottet Berlusconi als "Clown". Berlusconi selber hätte an diesem Titel nicht viel auszusetzen, denn er spielt oft den Clown und wird dafür von seinen Anhängern geschätzt. Anstößig an diesem zuletzt von Peer Steinbrück verliehenen Titel ist allenfalls, dass er das Phänomen Silvio Berlusconi völlig verfehlt.
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Cicero Online, 27. Juli 2013

Emma Boninos Weg von der Rebellin zur Diplomatin

Von Eric Bonse

Sie war die erste Radikale im öffentlichen Dienst in Brüssel. Schon an ihrem ersten Arbeitstag als EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe flog Emma Bonino nach Sarajevo, um die Untätigkeit der Europäer im Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien anzuprangern. Das war im Januar 1995, der Balkan stand in Flammen. Die EU-Granden waren empört. Wer war diese zierliche Frau aus Rom, die es wagte, sich mit ihrer prägnanten Stimme in die stille Kunst der hohen Diplomatie einzumischen?
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der Freitag, Politik, 10.06.2011

Das Meer, so schwarz wie der Tod

von Jack Shenker

Tunesien Mohammed Munardi riskierte alles für einen Job in Europa. Eine gefährliche Odyssee – und das eigentliche Ziel bleibt weit entfernt.
Jeder an Bord rauchte. Es gab einfach nichts anderes zu tun, wenn nicht gerade ein Sturm aufzog, Wasser über die Bordwand klatschte, und die Passagiere verzweifelt damit beschäftigt waren, es wieder hinaus zu schöpfen. Für den 22-jährigen Tunesier Mohammed Munardi schienen die Stürme immerhin eine Ablenkung zu sein. „Sich verloren zu fühlen, wenn das Wasser schwarz funkelt, das ist schlimmer als die Wüste“, erzählt er und zieht an seiner Zigarette.
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Die Welt, 22.03.13

Hier tumbe Hunnen, dort theatralische Clowns

Hässliche Deutsche, planloses Italien: In der Krise blühen die Klischees. Dabei zeigt ein Blick in die Geschichte: Zwischen Deutschland und Italien gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.
Von Thomas Schmid

Der italienische Schriftsteller Giorgio Manganelli ist nicht nur seiner Leibesfülle wegen eine ungewöhnliche Persönlichkeit gewesen. Er mochte das Bizarre, Monströse, Unentwirrbare, entkam ihm jedenfalls nicht. Seine Prosa ist verwinkelt, bewusst manieristisch und oft hermetisch, voller Exkurse, Brüche, Einschübe und Fallen. Der Autor, der von 1922 bis 1990 lebte, war nicht eben auf Verständlichkeit und das große Publikum aus.
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Zeit online, 28.02.2013

Die Niederlage der Vernunft

Die Wahl in Italien zeigt die Schwäche der politischen Mitte. Hat das Gemeinwohl überhaupt noch eine Chance?

Warum ist Italien anders? Wer Wahlen gewinnen will, heißt es in den meisten Ländern, muss die Mitte der Gesellschaft ansprechen. In Italien gilt das offenbar nicht. Bei den jüngsten Wahlen gewonnen haben der zum Politiker gewandelte Komiker Beppe Grillo und Silvio Berlusconi. Zusammen kommen sie auf rund 58 Prozent der abgegebenen Stimmen. Beide sind auf ihre Weise extrem, sie sind unseriös und exzentrisch, sie verkörpern das glatte Gegenteil von Maß und Vernunft, von Konsens und Common Sense.
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Der Tagesspiegel, 04.03.2013

Ex-Komiker Beppe Grillo Der Mann, dem das Lachen verging

Beppe Grillos Bewegung "Fünf Sterne" konnte sich bei der Italien-Wahl gegen das politische Establishment behaupten. In seiner Heimat wird der Ex-Komiker in den Medien diffamiert – mit weitreichenden Folgen auch im Ausland.
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Der Lindwurm, 02.93.2013

Grillo, der unlustige Clown

Der zum Aufmischer der italienischen Politik mutierte Komiker Beppo Grillo wird oft und gerne als “Clown” bezeichnet. So kann man ihn nur nennen, wenn man ihn und seine Aussagen nicht kennt. Denn zum Lachen reizen seine Ansichten nicht, eher schon zum Erbrechen.
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Zeit online, 23.02.2013

Ein Schein von Staat

Wie europäisch ist Italien? Eine Reise vor der Wahl, von der Flüchtlingsinsel Lampedusa bis zu Mussolinis Geburtsort
Lampedusa. In der unsichtbaren Mauer, die durch das Mittelmeer gezogen wird, ist die Insel Lampedusa ein Festungsturm. Armee, Küstenwache, Finanzpolizei, Carabinieri – Italien und Europa zeigen hier den unerwünschten Ankömmlingen ein grimmiges Gesicht. Alles scheint zu sagen: "Wir kümmern uns. Hier herrschen Recht und Gesetz!"
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Zeit online, 10.02.2013

Mussolinis Erbe

Es geht um Macht, nicht um Moral: Mitten im italienischen Wahlkampf wird der Neofaschismus wieder populär.
Die Rechtsextremen erobern die Piazza. Das haben sie auch schon vor fünf Jahren versucht, aber in diesem Frühjahr sind gleich sechs ultrarechte Parteien nicht zu übersehen. Die Krise hat sie gestärkt, an jeder Straßenecke versprechen die Rechten Sozialwohnungen und Arbeit für Italiener. Tagsüber verteilen sie Flugblätter und zeigen »physische Präsenz«, wie das in ihrem Jargon heißt. Nachts tapezieren sie römische Hauswände mit ihren Plakaten.
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NZZ online, 14. November 2011

Scherbengericht und Katzenjammer
Silvio Berlusconis Abgang allein bringt Italien noch keine Rettung

Von Franz Haas

Mit Sekt haben jene Italiener, die nicht zur Berlusconi-Fraktion gehören, Samstagnacht ein Freudenfest gefeiert. Das Kopfweh, mit dem sie tags darauf aufwachten, hat aber auch tiefere Gründe.

An ihrer Sprache könne man die Halunken am ehesten erkennen, meinte Karl Kraus voll Vertrauen in die falschen Töne seiner Gegner. Zukünftige Linguisten werden das Italienisch von Silvio Berlusconi noch ausgiebig sezieren, und lehrreich wird das Wort «traditore» sein: «8 Verräter», schrieb Berlusconi letzten Dienstag nach einer Abstimmung im Parlament eilig auf einen Zettel, als acht seiner Parteikameraden den totalen Ruin Italiens stoppen wollten und gegen ihn wählten.
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Auszug aus:

Sergio Benvenuto - Unser Leben - Eine Ichspaltung

Lettre International Herbst 2010

"Die Linke dagegen, die nur mit sich selbst beschäftigt ist, ist der Ansicht, Claudio hätte der Legalität und der Gewerkschaft vertrauen müssen. Aber dann wäre die Baustelle geschlossen und er arbeitslos geworden. Die Baustellen gibt es nur dank der Schwarzarbeit. Wer sich in Italien an Recht und Gesetz hält (das tun viele), der macht dicht, der geht bankrott. In Italien sind schätzungsweise mehr als 2 Millionen Wohnhäuser illegal gebaut - "Geisterhäuser", die in keinem Grundbuch eingetragen sind. Aber wenn es sie nicht gäbe, wären Millionen Familien obdachlos. Legale Häuser sind zu teuer. Legalität ist ein Luxus. Begreiflich, dass Millionen Italiener Berlusconis wütende politische Kampagne gegen Richter und Staatsanwälte, von denen er sich verfolgt fühlt, insgeheim befürworten, auch wenn die meisten von ihnen keine Probleme mit der Justiz haben. Berlusconi appelliert an den illegalen Instinkt des coatto, der in vielen Italienern steckt, selbst wenn sie den gesamten Proust gelesen haben.
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Der Feind der Presse, Frankfurter Rundschau, 09.09.2009

VON UMBERTO ECO

Es mag am Alters-Pessimismus oder an der Klarsicht, die man mit der Zeit entwickelt, liegen, jedenfalls reagierte ich mit einer gewissen zögerlichen Skepsis, als die italienische Zeitschrift L´Espresso bei mir anfragte, ob ich einen Artikel zur Verteidigung der Pressefreiheit in Italien schreiben wolle.
Wenn die Pressefreiheit einen Fürsprecher benötigt, dann heißt das nichts Gutes im Bezug auf die Gesellschaft und deren Presse. In einer gesunden Demokratie muss man die Pressefreiheit nicht verteidigen, da niemand im Traum daran denken würde, sie einzuschränken. Das ist der erste von vielen Gründen für meine Skepsis.
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Basta Berlusconi!

L'Espresso (Italien), 19.03.2009

Umberto Eco attestiert seinem Lieblingsfeind Silvio Berlusconi eine Obsession für den eigenen Körper. Eco erinnert der Körperkult an frühere und zum Glück längst vergangene Zeiten.
"Wenn es eine Ähnlichkeit zwischen Berlusconi und Mussolini gibt (um niemanden auf die Barrikaden zu bringen, wir glauben nicht, dass Berlusconi faschistisch ist, sondern dass er wie Mussolini eine populistische Beziehung mit der Masse eingehen will und die parlamentarischen Institutionen schleift, sie in einem Fall abschaffen lässt und in einem anderen Fall abwertet), dann liegt sie in der fast schon manischen Kontrolle des eigenen Bildes (...) Der fundamentale Unterschied zwischen Mussolini und Berlusconi ist, dass erster seinen eigenen Körper einsetzte, die nackte Brust inbegriffen, wie Mama ihn geschaffen hatte. Seinen kahlen Kopf betonte er sogar. Bei Berlusconi dagegen überwiegt das Element des Cyborgs; die moderne Veränderung der eigenen Natur erlaubt es ihm, von der Transplantation der Haare bis zum Lifting, sich seinen Anhängern als mineralisiertes, alterloses Bild zu präsentieren.

Land unter

Der Staat am Boden, die Politik korrupt, die Wirtschaft in den letzten Zügen. Und der Einzige, der die Macht hätte, daran etwas zu ändern, ist der Regierungschef. Aber den interessiert nur sein Geld. Italien, was hast du bloß aus dir gemacht?

Manchen Politiker verfolgt ein einziger dummer Spruch sein Leben lang. Bei Silvio Berlusconi aber tut man sich schon schwer, nur die jeweils letzten Entgleisungen im Kopf zu behalten. Über das Flüchtlingslager auf der Insel Lampedusa und die unwürdigen Lebensbedingungen dort sagte er kürzlich, es sei »kein Konzentrationslager«, die Insassen könnten »jederzeit auf ein Bier gehen«. Zum Thema Vergewaltigungen meinte er, sie zu verhindern sei in Italien im Prinzip unmöglich, »weil unsere Frauen so schön sind«. Und nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen nannte er Barack Obama »sonnengebräunt«.
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Das Land, das ich leider liebe

Von Petra Reski

Nie war es schwerer als heute, Italien zu mögen. Trotzdem kann die Autorin nirgendwo anders leben. Geschichte einer Gefühlsverwirrung

In jenem Sommer, in dem ich mich in den Italiener verliebte, erzählte man sich am Strand von Bettino Craxis Betrügereien, und ich dachte: Komisches Land, wo sogar die Bademeister wissen, wie der Sozialistenchef betrügt! Es war der Sommer 1989, ich lag im Liegestuhl und hörte dem Bademeister zu, der so gleichmütig über das System der illegalen Parteienfinanzierung von Sozialisten und Christdemokraten, über Amtsmissbrauch und Bestechungsgelder referierte, über Mafia-Verwicklungen und Mordkomplotte, als handele es sich um das nächste Boccia-Strandturnier.
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Die italienische Mittelschicht und ihre Abstiegsängste
29.05.2008

Ein Ministerpräsident, der zur Steuerhinterziehung rät, und ein Finanzminister, der ausländische Mächte für die wirtschaftliche Misere verantwortlich macht: Vorbilder für die italienische Mittelschicht.
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Wenn italienische Linke beim Chianti zusammensitzen, stimmen sie gerne Partisanen-Lieder an. Doch wenn die Neofaschisten wie zurzeit ernst machen, agiert die italienische Antifa planlos.
29.05.2008

Die italienische Linke wird noch lange mit der Frage beschäftigt sein, warum sie die Wahlen verloren hat. Insbesondere die »Arbeiterparteien«, die nicht einmal den Einzug ins Parlament geschafft haben, bekamen deutlich zu spüren, welcher Wind in ihren traditionellen Hochburgen in Mittel- und Norditalien weht.
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Reich und schlecht informiert
Kein anderes Land Europas schneidet beim Thema Pressefreiheit so schlecht ab wie Italien. Die neue Regierung führt das Land tief zurück in die Vergangenheit
27.05.2008

Der andauernde Niedergang Italiens hat viele Ursachen. Ein Faktor aber erschwert die Lösung aller Probleme: das Mediensystem. Seit Jahrzehnten ähnelt Italien einem Menschen, der so kurzsichtig ist, dass er die Brille nicht mehr findet. Dadurch wird alles schwierig.
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Schluss mit der Realpolitik
15.05.2008

Dem Philosophen ist der Kragen geplatzt. Wer die Homepage der Zeitschrift MicroMega anklickt, findet unter der Überschrift "Nach den Wahlen" einen Beitrag des Philosophen Paolo Flores D'Arcais. Titel: "Schluss mit der Realpolitik". Was nach der Lektüre des Artikels genau so klingt wie: Schluss mit lustig.
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Ein Gespräch mit dem linken Publizisten und Politologen Marco Revelli von der Universität Turin
24.04.2008

Für die italienische Linke ist der Ausgang der Wahl eine »Katastrophe«. Die Verantwortung für die Wahlniederlage wird vor allem Walter Veltroni, dem Vorsitzenden der Demokratischen Partei (PD), zugeschrieben. Welchen Einfluss hatte seine Kampagne, den PD als einzige Alternative zu Berlusconi darzustellen?
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Die Wahlniederlage hat die radikale Linke in Italien in eine tiefe Krise gestürzt. Erstmals seit dem Krieg ist keine kommunistische Partei mehr im Parlament vertreten. Die sozialen Bewegungen machen für diesen Absturz nur die Parteien verantwortlich, dabei stellen sich auch Fragen hinsichtlich ihrer eigenen Strategie.
24.04.2008

Walter Veltroni hatte sein Ziel in den vergangenen Monaten klar formuliert. Er wolle mit seinem Partito Democratico (PD) die italienische Linke in eine neue Zukunft führen. Die Wahlniederlage war deutlich, damit hat der scheidende Bürgermeister von Rom gewissermaßen sein Ziel erreicht. Dass es zum ersten Mal seit der Gründung der italienischen Republik keine Partei im Parlament vertreten ist, die Hammer und Sichel in ihrem Symbol hat, ist vor allem ihm zu verdanken.
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Sorgenkind Italien
Im neuen italienischen Parlament werden klare Verhältnisse herrschen. Es scheint fast, als könnte Italien ein ganz normales Land werden. Wenn da nicht Berlusconi wäre.
15.04.2008

Endlich haben die Italiener an den Wahlurnen für klare Verhältnisse gesorgt. Vorbei sind die Zeiten, da Dutzende Zwergparteien im Parlament saßen, nach Fetzen der Macht haschten und mit anarchischer Lust Regierungen erpressten oder stürzten. Im neuen Abgeordnetenhaus und im Senat werden nur noch fünf, sechs Parteien vertreten sein. Das sind nun die "deutschen Zustände", die sich viele Italiener wünschten. Verschwunden sind die traditionsreichen, selbstbewussten Kommunisten, die Radikalen, die Grünen, und - nach 116 Jahren im Parlament - auch die Sozialisten.
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Italien hat gewählt
Der Souverän hat eine Sensation ermöglicht
15.04.2008

Fünfmal als Regierungschef kandidiert und dreimal gewonnen – die politische Karriere des Silvio Berlusconi, der jetzt bei den Wahlen in Italien triumphiert hat, wirkt fürs wacklige Staatsgefüge südlich des Brenners nicht weniger langweilig als der Werdegang seines unterlegenen Rivalen Walter Veltroni. Der hat eine jahrzehntelange Laufbahn vom kommunistischen Jugendfunktionär über den Kulturminister und Roms Bürgermeister bis hin zum jetzigen Oppositionsführer hinter sich. Für viele Italiener wirken Sieger und Verlierer gar als heimliches Tandem, das die Macht in den kommenden Legislaturperioden bereits unter der Hand verteilt hat.
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Stille auf dem Geisterschiff
Italien kapituliert vor Silvio Berlusconis Medienmacht
07.04.2008

Das Abschneiden der beiden großen Parteien bei den italienischen Wahlen entspricht ungefähr den Prognosen. Überraschend sind das Verschwinden der radikalen Linken aus dem Parlament, der Triumph der Lega Nord und der Gleichmut der Verlierer nach diesem ungleichen Wahlkampf. Kaum ein heimischer Kommentator verweist auf das erdrückende, in jeder andern westlichen Demokratie undenkbare Medienmonopol der Rechten.
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Deutsche, bitte erobert uns!
14.02.2008

Italiens Politik versinkt im Chaos. Jetzt muss das Ausland helfen. Ein Appell des Starkomikers und außerparlamentarischen Oppositionsführers Beppe Grillo

Der italienische Starkomiker Beppe Grillo fordert Hilfe aus dem Ausland

Italien appelliert an die deutschen Brüder: Erklärt uns den Krieg! Wir ergeben uns gern. Ihr müsst nicht mal einen Schuss vergeuden. Wir werden Levkojen und Mimosen auf euch regnen lassen: Ihr seid unsere letzte Hoffnung. Und während ihr die Panzer vorbereitet, könntet ihr euch bereits um unsere öffentlichen Angestellten kümmern.
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Alles wie gehabt
Silvio Berlusconi ante portas
13.02.2008

Fünf Senatorenstimmen reichten aus, um am 24. Januar der zweiten Regierung Romano Prodis ein Ende zu setzen. Während die Welt entsetzt auf die Bilder aus dem italienischen Senat schaute, in dem ein Senator von einem Parteifreund wegen der Dreistigkeit beschimpft und bespuckt wurde, einer Regierung seine Treue zu bekunden, deren Mehrheit er angehörte; wo Ex-Faschisten die Korken knallen ließen und Champagner sprühend den Fall des verhassten Gegners feierten; wo ein Parteiführer Verse Pablo Nerudas vortrug, um seine politische Verwandlungskunst höheren Sphären anzuvertrauen - da ging fast unbemerkt eine Ära zu Ende: das Prodi-Jahrzehnt.
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Die Kunst des Nicht-Regierens
Ohne Kompass, ohne Ziel – Italien in der Dauerkrise
08.02.2008

Italiens jüngste Regierungskrise kommt nicht einfach von gestern. Ihre Gründe liegen in einer systemimmanenten «Normalität», die im Vergleich mit anderen EU-Mitgliedsländern einzigartig ist.
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Eine Krise? Nein, etwas Ernstes
17.01.2008

Von Peter Schneider

Müllnotstand in Neapel, Gewalt in den Stadien, Hatz auf Ausländer, ein Komiker als populärster Politiker: In Italien braut sich etwas Unheimliches zusammen
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Die Wahl des Harlekins
30.03.2006

Europas falsche Liebe zu Italien übersieht Berlusconis brutalen Kampf um die Macht
Von Friedrich Christian Delius

Erinnert sich noch jemand an Rocco Buttiglione? An den italienischen Kandidaten für die EU-Kommission, der seine abfällige Meinung über Homosexuelle ein wenig zu eifrig zum Besten gab? Damals hat Europa, es war noch vor den Verfassungs-Ablehnungen, gut funktioniert: Der vielstimmige Protest gegen diesen Mann aus der Mitte-Rechts-Regierung zwang Silvio Berlusconi, seinen Kandidaten zurückzuziehen. Das Manöver garnierte der Regierungschef mit lautstarken Klagen über antiitalienische Ressentiments – die es freilich nicht gibt.
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Aus: "Man muss auf der Welle reiten"

Ein Gespräch mit dem Nobelpreisträger Dario Fo über Berlusconis Gehirn, die Macht des Theaters und die Ohnmacht der Linken
In: DIE ZEIT Nr. 17, 15. April 2004
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Eine hübsche italienische Auseinandersetzung, welche der Früchte des italienischen Universums die aktuelle Befindlichkeit am besten ausdrücken - zum Beispiel die Kaktusfeige?"
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Ein schöner Film über den Salento, eine Eisenbahn und eine Menge interessanter Menschen: www.labiennale.org/...